Donnerstag, 10. August 2017

Goldwasch-Weltmeisterschaft in Moffat

Ok, heute bin ich definitiv drann mit waschen. Als erstes (nach jetzigem Plan) kommt Yukon mit der Classic Pan (metallsche Pfanne) drann, dann das 2er Team (Yukon & ich) und dann Beginners (also ich noch mal)
Erstaunlicherweise war ich auch noch als ich mit dem schweren Kessel voll Sand zum Becken gegangen bin noch immer ganz ruhig.
Im vorhinein wurde uns gesagt, dass der Sand aus einem Steinbruch kommt. Dass heisst die Steine sind nicht wie im Bach abgerundet, sondern sie sind kantig. Dazu kommt die rote Farbe der Steine die das Wasser schon nach dem ersten Durchgang undurchdringlich rot verfärbt hatte dass man überhaupt nichts mehr sehen konnte.
Ich also das Gläschen mit sauberem Wassergefüllt, Kessel parat gestellt, Pfanne im (Dreck)- Wasser getaucht (damit auch wirklich kein Flitterchen an der Pfanne hängt) und in das Becken mit der roten Suppe gestiegen. Yukon und ich haben abgemacht, dass ich als erstes wasche und dann er die Zeit wieder aufholt, die ich länger brauchte. War für mich mehr als recht, den so war für mich der Druck auch etwas weniger als wenn man die ersten Stoppuhren mit dem "dong" hört.
Die letzten instruktionen bekamen wir auch noch und dann kam auch schon der startschuss (gong).

Becken mit "Wasser"

Aussicht mal anders - Tribühne

Ich also ganz ruhig meine Pfanne mit der ersten Portion Sand gefüllt. Nicht zu viel wir mir empfohlen wurde, und auswaschen. Wie mir nachher gesagt wurde war ich eigentlich ganz schnell beim groben auswaschen, aber dann wurde es schwierig für mich. Ich habe das letzte Kies einfach nicht aus meiner Pfanne bekommen und wenn man noch zu viel Kies in der Pfanne hat sieht man sowieso kein Gold.
Also die Pfanne wieder rein ins "Wasser" und weiter auswaschen. Bis ich ann endlich das erste Goldflitterchen gesehen habe verging eine gefühlte Ewigkeit. In meinem Kopf fragte ich mich schon ob hier überhaupt etwas drinn ist oder ob ich schon alles verlohren hatte.
Schliesslich waren dann doch 5 Flitterchen aus meiner Pfanne im Gläschen, jetzt schnell aus dem Becken und Yukon war an der Reihe. Mein Fehler war dann einfach noch dass ich nicht aus dem Gelände gegangen bin. Anscheinend hätte ich, sobald ich fertig war, raus müssen. Zum Glück ist es wohl keinem Aufgefallen und so schlich ich mich heimlich raus.
Gefunden hatten wir 10 von 10 Flitter, also keine Strafminuten. Pro verlohenem Flitterchen bekommt man 3 Minuten Strafe!!!


Am frühen Abend, war ich dann bei den Anfängern an der Reihe. Ich konnte mich, obwohl ich schon so viele Jahre Goldwasche bei den Anfängern anmelden, da ich noch nie an einer Meisterschaft dabei war. Meine Startnummer 23 ist auch noch meine Glücksnummer! Kann also nicht schiefgehen. Dennoch hatte ich weiche Knie, so ganz alleine da raus zu gehen. Im Zelt wo wir die Startnummern bekamen, kam ich dann auch schnell in ein Gespräch mit einer Schottin und einem Spanier. Er hat schon im 2er Team gewaschen, sie noch nicht. Als es dann los ging wünschten wir uns gegenseitig viel Glück und jeder ging zu seinem Becken. Inzwischen war es doch empfindlich kühl geworden, doch wie in den letzten Tagen blieb es trocken.
Auch hier war ich recht gut mit dem groben auswaschen, doch als ich dann auf der Suche nach den Flitterchen war und noch weit und breit keines zu sehen war hörte ich schon den ersten gong einer Stoppuhr. Phu das war schnell und ich hatte noch kein einziges Flitterchen gefunden. Und ich habe gewaschen und gewaschen und gewaschen und noch immer kein Flitterchen. Ich habe mir schon überlegt, ob ich mal so tun sollte als hätte ich eines gefunden als ich im selben Moment eines gesehen habe. Kaum draussen noch eines und noch eines. Am ende waren es 5. Schnell Deckel vom Gläschen zu und dann die Stoppuhr.
Gläschen in die Pfanne und damit zum Schiedsrichter der die Flitterchen zählte. Beim Schiedsrichter muss man angeben wieviel man gefunden hatt und dann zählt er. Kommen beide auf die selbe Anzahl ist gut, sonst kann der Goldwäscher darauf bestehen, dass das Gläschen in die Pfanne gelehrt wird und noch einmal gezählt wird.
Als der Schiedsrichter jedoch immer nur auf vier kam wurde ich wieder nervös. Kann es sein, dass ich eines nicht ins Gläschen gefüllt habe? Habe ich mir das an die Hosen geschmiert oder klebt es noch am Finger? Der Schiedsrichter schüttelte mein Gläschen und zählt noch mal: one, two, three, four. Noch einmal schütteln und zählen: one, two, three, four, five - yes!


Wie es sich später herausgestellt hatte sind Yukon und ich im 2er Team im viertelfinal und ich mit meinen 4:50 Min. im Final der Anfänger!!!

Am Abend um 22 Uhr war dann das Nachtwaschen angesagt. Yukon und ich traten da wieder als 2er-Team an. Aber vorher war etwas essen angesagt. In der Pizzeria, in der wir gestern einen Tisch reserviert hatten, hatten wir wieder absagen müssen, da ich genau um diese Zeit am waschen war. Also gingen wir wieder in das Restaurant, in dem wir schon 2x waren und beide male super fein gegessen hatten. Dieses mal auch Dominik mit dabei.
Nach dem Essen gingen Yukon, Dominik und ich dann zurück zur Wiese, wärend André und Claudia noch einen Kaffe tranken. Auch wir hätten uns nicht beeilen müssen, denn es wurde um eine halbe Stunde verschoben, da es noch nicht ganz dunkel war.
Irgendwann packten die verantwortlichen dann kleine Garten-Solar-Lämpchen aus! Dass sollte also unsere Lichtquelle sein! Das gelächter war gross, denn als dann auch noch die grosse Fernsehleinwand dunkel wurde war es definitiv dunkel!
Das grobe auswaschen ging ja noch ganz gut, da man im Wasser eh vor lauter roter Sauce nichts sehen konnte war die Dunkelheit hier kein Problem. Doch das auswaschen der Flitterchen, dich ich bei tageslicht schon kaum gefunden hatte waren mit dem wenigen Licht kaum zu sehen. Irgendwie hatte ich dann doch 4 Flitter gefunden und Yukon war dran, er fand 5 Flitter. Aber mit "nur" 9 Flitter haben wir wohl keine Chance, es hat so viel spass gemacht. Yukon und ich waren die ganze Zeit etwas am lachen und das war ja auch das Ziel diesers Kategorie - Fun!

Halbfinal mit der Startnummer 23